Glashütten, Hochtaunuskreis

Informationstafel
Informationstafel auf dem waldGLASweg. ©Rainer Meschkat

Im Jahr 2011 wurde am Dornsweg (Glashütten) ein Informationspavillon mit Informationen zum Limes und zum Limeserlebnispfad errichtet. Auch die mittelalterlichen Glashüttenstandorte im Bereich des Limes waren in das Konzept des Limeserlebnispfades eingeschlossen. Auf der Stecke bis zum Emsbach sind die römischen Hinterlassenschaften kaum noch zu sehen. Daher konzipierte die Keramikerin Ines Nickchen aus Glashütten auf der Strecke einen waldGLASweg. Dieser sollte mit künstlerischen Mitteln und moderner Technik insbesondere die Glasherstellung im Taunus erlebbar machen. Am 09. August 2013 wurde der Weg offiziell eröffnet. Die historischen Informationen sowie die Beratung und die Lieferung von Texten erfolgten durch Ingrid Berg, der Leiterin des Arbeitskreises Historie-Arbeitskreis-Glashütten Taunus. Die Realisierung des waldGLASweges erfolgte durch die Staatliche Fachschule (Technikerschule) Vilshofen an der Donau, Fachbereich Glasbautechnik. Ursprünglich war der waldGLASweg ein Projekt des Kulturkreises Glashütten e.V. Am 17. 09. 2016 wurde der waldGLASweg endgültig von der Gemeinde Glashütten durch Gemeindevertreterbeschluss übernommen.

Die Stationen:
Station I – Erwachen, Station II – Türen schließen – Türen öffnen, Station III – Seit wann gibt es Glas?, Station IV – Wegweiser, Station V – GLASrast, Station VI – Leben auf der Glashütte, Station VII – Alte Glasöfen

Informationstafel zur Dauerausstellung
Informationstafel zur Dauerausstellung von Fundmaterial im Hessenpark. ©Rainer Meschkat

Der waldGLASweg verbindet Symbolhaftes, Literarisches, Natur und Künstlerisches mit interessanten Informationen über das Leben der Glasmacher im Wald und zur Geschichte des Glases. So finden sich auf der gläsernen Bank bei Station III folgende Informationen:

„Seit über 4.000 Jahren kennt die Menschheit den Werkstoff Glas, eine Flüssigkeit, die aus geschmolzenem Quarz hergestellt wird und niemals ganz erstarrt. Reiner Quarz oder Quarzsand schmilzt erst ab ca. 1.800° C. Wenn aber einem Teil Sand zwei Teile Asche zugefügt werden, lässt sich der Schmelzpunkt auf ca. 1.100° C. herabsetzen. Vom 2. Jahrtausend vor Chr. bis in das 1. Jahrhundert nach Chr. wurden Glasgefäße, zunächst in Ägypten und Syrien, um einen Sandkern herum geformt. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wird die Glasmacherpfeife erfunden, und die Technik des geblasenen Hohl- und Flachglases setzt sich langsam durch. Die Römer im Germanien des 1. bis 4. Jahrhunderts nach Chr. hatten schon Glasfenster in ihren Kastellen am Limes und benutzten schön geformte und verzierte Glasgefäße. Es gab aber keine eigene Produktion im Taunus. Glas wurde importiert. Für das späte 12. Jahrhundert nach Chr. konnten mehrere Ein-Ofen-Anlagen im Taunus nachgewiesen werden, in denen Glas aber nur geschmolzen wurde. An anderer Stelle (in Klöstern, Burgen) wurde es ausgearbeitet. Im 15. Jahrhundert arbeiteten drei Waldglashütten im Glaskopf- und Emsbachgebiet. Schmelzen und die Weiterverarbeitung zu Gebrauchsgegenständen fand jetzt an einem Ort statt. Die Glashütte „An der Emsbachschlucht“ ist die älteste. Hier wurden nur Produkte aus einfachem grünem Waldglas produziert. In der Glashütte „Unterhalb Dornsweg“ wurde Glas in vielen Farben hergestellt. Eine Besonderheit ist das rote Glas. Die Glashütte „Am Buchholzweg“ fertigte Gefäße mit besonders schönen Verzierungen an. Anfang des 17. Jahrhunderts bestand für eine kurze Zeit die „Alte Glashütte Oberems“ im Hobholz. 1676-1686 Betriebszeit der Kauffelt-Hütte am Stockborn. Der Ort Glashütten wird danach gegründet. 1675-1700 Betriebszeit der Wentzel-Hütte am Kalbshecker Bach (Gemarkung Schloßborn). Danach Ende der Waldglashütten und Beginn der Manufakturen.“

Ausgangspunkt: Am nördlichen Ortsende im Dornsweg mit Parkplätzen
Länge: 1,5 km
Anforderungen: Spazierweg
Weitere Informationen: Ingrid Berg, Nachtigallenweg 3, 61479 Glashütten, Tel.: +49 (0)6174-62389, Historie-Arbeitskreis-Glashütten (u.a.Wegverlauf), Flyer waldGLASweg. Es besteht die Möglichkeit Führungen zu vereinbaren.
Anreise mit dem ÖPNV: Haltestelle Glashütten Dornsweg, Buslinien 60, 81, 83, 223, AST 81, AST 83, ohne Fußweg
Geodaten: 50.222513, 8.407406

Literatur

Berg, I. (2012): Waldglashütten im Taunus, Kulturelle Entdeckungen.- Frankfurt/Main-Taunus, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, S. 120.
Berg, I. (2014): Der Waldglasweg – ein neues Wanderziel,- In: Der Glasfreund, Heft 51, S. 36; Gifhorn.
Berg, I. & Steppuhn, P. (2011): Glas aus dem Taunus.- S. 8-27; Bad Homburg v.d.H.