Höhlenlöwe
Höhlenlöwe. In Europa erschienen Löwen erstmals mit der Unterart Panthera leo fossilis, dem Mosbacher Löwen, vor etwa 700.000 Jahren. Aus dieser Unterart entwickelte sich schließlich der Höhlenlöwe (Panthera leo spelaea), der erstmals vor rund 300.000 Jahren in Europa auftrat. Gemeinfrei

Im und um den Taunus lebten einst u. a. das Nashorn (Stephanorhinus etruscus), die Hyäne (Hyaena perrieri), die Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta praespelaea), der Mosbacher Löwe (Panthera leo fossilis), der Europäische Jaguar (Panthera onca gombaszoegensis) und der Gepard (Acinonyx pardinensis). Das ist eine Fauna, deren Verwandtschaft heute nur in Afrika und Lateinamerika (Jaguar) existiert. Die Überreste dieser Fauna wurden im Gebiet des ehemaligen Dorfes Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich geborgen (später als Stadtteil zur hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden eingemeindet). Diese Fossilien zählen zu den sogenannten Mosbacher Sanden, Ablagerungen des Rheins, des Mains und der zahlreichen Taunusbäche aus vergangenen Warmzeiten des Eiszeitalters im Cromer-Komplex (Pleistozän) vor etwa 850.000 bis 475.000 Jahren. Die Mosbacher Sande gehören zu den bedeutendsten Fossilfundstätten in Europa. Neben der Warmzeitfauna fanden sich dort auch zahlreiche Fossilien der Kaltzeiten, die im Pleistozän (auch innerhalb des Cromer-Komplexes) mit Warmzeiten wechselten. Schon damals kam es zu massiven Veränderungen des Klimas um mehrere Grad Celsius von warm nach kalt und umgekehrt. Mitunter erfolgten Klimawechsel extrem rasch. Bohrungen im Südpolarmeer des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) lieferten dazu detaillierte Daten (03.03.1998 00:00 https://idw-online.de/de/news4394):

„Ein Schwerpunkt der Bohrfahrt ODP-Leg 177 war die Dokumentation rascher Klimawechsel, wie sie in der jüngsten geologischen Klimageschichte d.h. in den letzten 1,5 Mio Jahren auftreten. Solche Klimaänderungen wurden erstmalig bei Bohrungen durch die grönländische Eiskappe entdeckt. Untersuchungen zeigen, dass in der Arktis Klimawechsel mit Temperaturänderungen von 5 bis 10 Grad Celsius im Zeitraum von Jahrzehnten bis Jahrhunderten stattgefunden haben. Die Ergebnisse der ODP-Expedition zeigen, dass es auch in den südlichen Polargebieten während der Warm- und Kaltzeiten rasche Klimawechsel gegeben hat. Die Mechanismen, die diese Wechsel steuern, sind noch weitgehend unbekannt.“

Jaguar
Einst lebte auch der Jaguar im und um den Taunus. Gemeinfrei

Klimaskeptiker und Klimahysteriker

Egal, ob Klimaskeptiker oder Klimahysteriker (hier seien medienwirksame populistische und wissenschaftsferne Begriffe einmal genannt): Die Meinungen zum Klima im jüngsten Holozän (letzte ca. 170 Jahre der aktuellen Warmzeit im Eiszeitalter) sind nach wie vor unverständlich konträr, absolut verhärtet und trotzdem hat sich das Klima seid etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts gewandelt. Es ist wärmer geworden. Dies ist nicht zu leugnen. Den Leugnern eines Klimawandels sollte man aus wissenschaftlicher Sicht keine Beachtung schenken, da diesen Kreisen keine erdgeschichtlichen Kenntnisse attestiert werden können. Denn den Wandel hat der statistische Mittelwert Klima schon immer gemacht – natürlich auch im Taunus. Ebenso sollten seriöse Wissenschaftler zu populistischen Begriffen aus der Medien- und Politiklandschaft wie „Klimakrise“, „Klimakatastrophe“, „Klimakiller“, „Klimaschutz“ oder „Heißzeit“ sehr großen Abstand wahren. Diese Begriffe sind populistischer Unsinn und bewirken eine unangemessene Manipulation des erdgeschichtlich nicht gebildeten Bevölkerungsanteils.

Der Taunus im vorindustriellen Zeitalter

Dazu sollen zwei von zahllosen Beispielen aus der Medienlandschaft erwähnt werden, welche auf das vorindustrielle Zeitalter ebenso wie vermeintlich seriöse Klimaforscher und Umweltorganisationen hinsichtlich der Klimaerwärmung eingehen. In der Süddeutschen Zeitung online vom 26. Januar 2019 steht im Artikel „Die Erderwärmung ist auf Kurs“ (https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-die-erderwaermung-ist-auf-kurs-1.4302779):

„Das Jahr 2018 war nach finalen Berechnungen des Non-Profit-Forschungsinstituts Berkeley Earth das viertwärmste seit Beginn der Messungen; nach 2016, 2017 und 2015. ‘Eine Klasse für sich‘, nannte der Klimawissenschaftler Zeke Hausfather von Berekeley Earth diese vier vergangenen Jahre: Jedes einzelne war im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter mehr als ein Grad zu warm. Nie zuvor war diese Grenze überschritten worden – inzwischen jedoch liegt offenbar jenseits davon der neue Normalzustand. Rund 1,16 Grad wärmer als im Durchschnitt des ausgehenden 19. Jahrhunderts waren die Temperaturen 2018 laut den Klimawissenschaftlern – etwas weniger als im bisher heißesten Jahr 2016, aber mehr als in jedem Jahr vor 2015.“ Zum Sonderbericht Weltklimarats IPCC hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Klimawandel und der Landnutzung steht in der Zeitung der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden (Wiesbadener-Kurier vom 08.08.2019): „Der heute in Genf präsentierte Report besagt zudem, dass die Temperatur über den weltweiten Landflächen seit der vorindustriellen Zeit bereits um 1,53 Grad gestiegen ist.“

Kleine Eiszeit 1608
Kleine Eiszeit: „IJsvermaak“ (Eisvergnügen) von Hendrick Avercamp. Das Gemälde zeigt einen zugefrorenen Kanal in den Niederlanden im Winter 1608. Heute sind die Kanäle im Winter in der Regel eisfrei. Gemeinfrei.

In der vorindustriellen Zeit herrschte vom Anfang des 15. Jahrhunderts bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Klimapessimum, auch Kleine Eiszeit genannt (Gletscherhöchststände in den Alpen um 1850). Zu dieser Zeit, in der furchtbare Hungersnöte grassierten mit Schnee im Taunus im August (Zeitzeugenberichte aus dem 18. Jahrhundert), lagen die Temperaturen, je nach Region, um 1-2 Grad Celsius niedriger als heute. Dass die Temperaturen seit Ende der Kleinen Eiszeit, das mit dem Beginn des Industriezeitalters zusammenfällt, nun wieder um mehr als 1 Grad Celsius angestiegen sind, belegt die Rückkehr zur Temperatur vor dem Klimapessimum. Es ist unter seriösen, um die Erd- und Naturwissenschaften wissenden Forschern selbstverständlich auch bekannt, dass das Klima zuerst wärmer wird und dann die Ozeane und Böden (z. B. verstärkte Aktivität des Edaphons) verstärkt CO2 ausgasen.

Frühere Warmzeiten

Für sämtliche früheren Warmzeiten im Pleistozän ist für Mitteleuropa eine Fauna und Flora nachgewiesen, die stets warmes bis sehr warmes Klima belegen. Beispiele für das Faunenspektrum: Warmzeiten innerhalb des Tegelen-Komplexes (ca. 2.000.000 bis 1.600.000 Jahre vor heute: Elefant, Tapir, Riesenbiber), Waal-Warmzeit (ca. 1.300.000 bis 900.000 Jahre vor heute: Südelefant, Flusspferd, Hyäne, Gepard, Nashorn, Säbelzahnkatze), Cromer-Warmzeiten im Cromer-Komplex (zwischen ca. 800.000 und 480.000 Jahren vor heute: Nashorn, Bison, Hyäne, Tüpfelhyäne, Löwe, Jaguar, Gepard, Säbelzahnkatze, Makaken-Affe), Holstein Warmzeit (zwischen ca. 335.000 und 300.000 Jahren vor heute: Wasserbüffel, Sumpfschildkröte, Nashorn, Elefant), Eem Warmzeit (zwischen ca. 128.000 und 117.000 Jahren vor heute: Flusspferd, Wasserbüffel, Leopard, Hyäne, Löwe, Waldelefant). Ein Einfluss des Menschen auf die Klimaerwärmung zu damaligen Zeiten ist auszuschließen.

Die 15µm-IR-Abstrahlung

Das Kohlenstoffdioxid der Erdatmosphäre absorbiert die 15µm-IR-Abstrahlung der Erdoberfläche und wandelt diese in Wärme um. Schon im Jahr 1988 stellte die Enquete-Kommission des Bundestages fest, dass diese Absorption nahezu vollständig ist, so dass eine Erhöhung der Kohlenstoffdioxid-Konzentration der Atmosphäre kaum eine zusätzliche Erwärmung bewirkt. Die Flanken der 15µm-Bande sind geringfügig ungesättigt.

Kohlenstoffdioxid hat derzeit einen Volumenanteil von etwa 0,04 % (etwa 400 ppm) in der Atmosphäre. Würde sich die Kohlenstoffdioxid-Konzentration der Atmosphäre auf 0,08 % verdoppeln, würde die Globaltemperatur um etwa 0,6°C steigen. Um die Atmosphären-Konzentration des Kohlenstoffdioxids auf nur 0,05 % zu steigern, müsste man nach gängiger wissenschaftlicher Meinung bereits die gesamten Kohlenstoffvorräte der Erde verbrennen. Das Klima der Erde wird durch die Sonnenaktivität, die aktuelle Lage der Kontinentalmassen und die damit ermöglichten Meeresströmungen gesteuert. Noch mehr Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre kann deshalb kaum noch mehr Wärme erzeugen. Ein so genanntes “Zwei-Grad-Ziel“ der Bundesregierung ist aus erdwissenschaftlicher Sicht unseriös, obwohl es von den öffentlich-rechtlichen Medien immer wieder propagiert wird.

Die Zukunft

Es ist aus erdwissenschaftlicher Sicht davon auszugehen, dass unsere Warmzeit, das Holozän, sich den vergangenen Warmzeiten innerhalb des Quartärs hinsichtlich der globalen Temperaturen in Zukunft anpassen wird. Da unsere Warmzeit vor dem Hintergrund der Temperaturen vergangener Warmzeiten zu kalt ist und noch lange nicht beendet sein wird, ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden eine weitere Temperaturerhöhung ohne Einfluss des Menschen erfolgt, die in Mitteleuropa und im Taunus wieder wärmeliebende Spezies willkommen heißen könnte. Erste Vorboten sind z. B. die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae), deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet der Mittelmeerraum ist, der Wärme liebende Bienenfresser (Merops apiaster), der in Vorderasien, Nordwestafrika sowie in Süd- und Südosteuropa beheimatet ist oder die Gottesanbeterinnen (Mantodea). Auch die Malariamücke (Anopheles) ist eine Einwanderin infolge des Klimawandels, die weltweit an tropischen und subtropischen Orten sowie in Gebieten mit gemäßigten Temperaturen verbreitet ist.