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Herkulesstaude
Hier sollte man Abstand halten. ©Alexander Stahr

Auf Wanderungen und Spaziergängen im Taunus sollte man vor der großen Staude einen ausreichenden Abstand einhalten, denn bei einem Kontakt mit ihr kann das unangenehme Folgen haben.

Es fing alles so schön an. Endlich konnte man dem gärtnernden Nachbarn zeigen, dass seine Sonnenblumen Zwerge sind. Denn der Riesenbärenklau ist ein Gigant unter den Stauden. Aber die Sache hat einen Haken. Die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) bringt es im dritten Lebensjahr zur Blütezeit auf mindestens 3,50 Meter Höhe. Fünf Meter sind allerdings keine Ausnahme. Da lacht das Gärtnerherz. Und so erfreute sich der so genannte Doldenblütler aus den Bergtälern des Kaukasus großer Beliebtheit bei den Gärtnern.

Herkulesstaude
Herkulesstaude. ©Alexander Stahr

Die Verwandtschaft mit Karotten, Dill und Petersilie kann der Riesenbärenklau nicht verleugnen. Sogar auf unseren Wiesen wächst mit dem Wiesenbärenklau ein naher Verwandter. Aber das sind Pflanzen von ganz normaler Statur. Nach einigen Jahren in den Gärten zeigte die Herkulesstaude allerdings ihr wahres Gesicht. Der Riesen-Bärenklau ist kein freundlicher Riese. Er brach aus den Gärten aus. Kein Problem für eine Pflanze, welche Tausende von Samen produziert. Zuerst wurden nur einzelne Pflanzen in Feuchtgebieten, der bevorzugten Heimat der Herkulesstaude gesichtet. Aber bald wurden es mehr. Und mehr. Sie fingen an sich auch entlang der Autobahnen auszubreiten.

Alles nicht so schlimm. Eine Pflanze mehr in der heimischen Flora. Doch der Riesenbärenklau hat eine tückische Eigenschaft. Wie sein kleiner Verwandter, der Wiesenbärenklau enthält der Riesenbärenklau Substanzen, die in Verbindung mit intensiver Sonneneinstrahlung die Haut reizen. Stellen, die mit Pflanzensaft in Berührung gekommen sind, röten sich und brennen. Es bilden sich schmerzhafte Blasen und letztlich bleiben Hautrötungen und sogar Narben zurück. Dass die Herkulesstaude kein Freund ist, hat man inzwischen erkannt. Großen Beständen ist man sogar schon mit Flammenwerfern nahe gerückt. Die beste Methode zur Bekämpfung scheint allerdings das Abdecken ganzer Wuchsorte mit schwarzer Kunststofffolie zu sein. Und dabei hatte alles so harmlos angefangen.

Übrigens: Schon vor über vierzig Jahren hatte die Pop-Gruppe „Genesis“ vor dem Riesenbärenklau gewarnt. Das Lied heißt „The return of the giant hogweed“.