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Spannende Erklärungen
Spannende Erklärungen des Naturexperten. ©Naturpark Nassau

„Wie viele Beine hat ein Insekt?“ Die Frage der Naturexperten Manfred und Ursula Braun zu Beginn der Sommerexkursion in der Scheuerner Talaue brachte manchen Erwachsenen in Verlegenheit. Die teilnehmenden Kinder, erfreulich viele an der Zahl, taten sich leichter. An der ersten Ruhestation erhielten zwei von ihnen Papier und Stift und zeichneten drauf los. Schmetterling und Käfer waren die Favoriten. Dreigliedrigkeit des Körpers, die drei Beinpaare, Augen und Fühler und die unterschiedlichen Mundwerkzeuge, das lernten die zahlreichen Naturinteressierten, die sich zur dritten Exkursion der „AG Alte Schule Scheuern“ einfanden, sind die markanten Merkmale für die Familie der Insekten.

Nach der theoretischen Vorarbeit durchstreiften Manfred Braun und die Kindern eine Wiese mit einem Kescher. Groß und klein beugten sich über den Fang. Schildwanzen, Graswanzen, Marienkäfer, Heuschrecken, Fliegen, Kurzflügelkäfer und Bienen waren in reicher Anzahl im Streifnetz. In Lupengläsern konnten sie aus der Nähe betrachtet werden. Die Schmetterlinge machten sich rar. Ihnen war es zu kalt. Als die beiden Biologen einen Ultraschalldetektor aus dem Rucksack holten, mit dem der hochfrequente Gesang der Heuschrecken hörbar gemacht wurde, gerieten jung und alt noch mehr ins Staunen über das wuselige Leben im hohen Gras.

Ruhiger Gegenpol zu den Insekten war die Pflanzenbestimmung auf dem Weg zum Mühlgraben. Wiesen-Storchschnabel, Rundblättriger Storchschnabel und später der Ruprechts Storchschnabel weckten das Interesse. Weiter ging es am Mühlgraben mit Blick auf den roten Blutweiderich, gelben Gilbweiderich, das hellgelbe Mädesüß und den hellvioletten Großen Baldrian, unterbrochen von Gräsern wie Rohr-Glanzgras und Schilf. Aus der Vogelwelt ließen sich Buntspecht und Grünspecht sowie Amsel und Bachstelze blicken. Hoch über dem Hirtenberg waren die Bettelrufe eines jungen Mäusebussards zu vernehmen. Auf dem Rückweg entlang des Mühlbachs wurden Zweige mit Waldfrüchten gefunden. Stieleiche, Rotbuche und Weißbuche konnten unterschieden werden.

Der Spielplatz am Sauerborn als Schlusspunkt war zum Austoben geeignet. Durch den Einsatz der Initiative „Scheuern packt an“ und des städtischen Bauhofs ist der Spielplatz mittlerweile in einem guten Zustand. Der Einsatz wird im Herbst fortgesetzt. Ein Stempel mit einem Laufkäfer auf den Unterarm rundete die naturkundliche Wanderung ab. Eine große Gruppe zog dann noch zum geselligen Zusammensein am Grillplatz in der Stiftung Scheuern. „Toll, die vielen Kinder“, bekam die Exkursionsleitung zu hören. Bei Apfelsaft, Wasser, Kaffee und Kuchen endete die dritte jahreszeitliche Wanderung durch die Scheuerner Talaue.

Die nächsten Termine in Scheuern:

Am Samstag, 7. September 2019, 19 Uhr, geht es auf Fledermauspirsch. Sehr gut auch für Kinder geeignet. Am Samstag, 26. Oktober 2019, 9 Uhr, ist der nächste Arbeitseinsatz der Initiative „Scheuern packt an“. Am Sonntag, 3. November 2019, 14 Uhr, findet die abschließende Herbstwanderung in der Talaue statt.

Quelle: Naturpark Nassau