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Schneefall
In den Wäldern des Taunus wird es bei Schneefall ruhiger. ©Alexander Stahr

Wegen heftigem Schneefall war es im Taunus zuletzt am 29. Dezember 2017 zu Problemen im Bus- und Bahnverkehr gekommen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) warnte, dass es in mehreren Landkreisen zu Ausfällen und Verspätungen bei Bussen kommen könne. Im Taunus waren insbesondere der Rheingau-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis betroffen. Derzeit herrschen zwar relativ milde Temperaturen vor. Doch mit weiteren Schneefällen und Verkehrsproblemen ist im Winter 2017/2018 zu rechnen. Und ein Phänomen wird ebenfalls zurückkehren: Die Stille in der Landschaft. Denn wenn die „weiße Pracht“ allmählich Städte und Landschaften überzieht, nehmen wir sie wieder wahr, die eigenartige Stille. Aber weshalb wird es ruhiger?

Luftmoleküle schwingen

Überall in unserer Umwelt entstehen Geräusche: Vogelgezwitscher, Motorenlärm oder das Stimmenwirrwarr aus dem Biergarten. Vibrierende Stimmbänder, Vogelgezwitscher, windbewegte Bäume und Motoren versetzten die Luftmoleküle in Schwingungen, die sich als Schallwellen ausbreiten. Auch wenn sie nicht unmittelbar in die Ohren gelangen, nehmen wir die Schallwellen indirekt als Geräusch war. Denn sie werden von Oberflächen, wie Haus- und Felswänden oder Straßen, reflektiert. Daraus ergibt sich der Effekt, dass es in einer Stadt und in der Landschaft immer ein undefinierbares „Hintergrundgeräusch“ gibt.

Die Schallschlucker

Schneeflocken rieseln als Ansammlungen von fein verzweigten Eiskristallen zu Boden und bilden eine Neuschneedecke. Da die sperrigen Eiskristalle vorerst noch recht locker in der Schneedecke gelagert sind, befinden sich zwischen ihnen zahllose Hohlräume. Dringen Schallwellen in die Schneedecke oder in noch fallende Schneeflocken ein, werden die zarten Eisgebilde zu Schallschluckern. Die feinen Spitzen der Kristalle werden durch die Schallwellen angeregt mitzuschwingen. Dadurch verformen sie sich oder sie zerbrechen. Die Energie der Schallwellen wird somit physikalisch in Wärme umgewandelt, die Schallwellen werden absorbiert.

Mit der Zeit wird´s lauter

Im Laufe der Zeit macht die Schneedecke eine Umwandlung durch. Die feinen Strukturen der Eiskristalle werden durch Schmelzen und die so genannte Sublimation, den direkten Übergang von Eis zu Wasserdampf, abgebaut. Zuvor verzweigte Kristalle erhalten dadurch eine rundere Form und die Schneedecke verdichtet sich. Dadurch nimmt auch die „Schwingfähigkeit“ der Eiskristalle ab, und in der winterlichen Welt wird es wieder etwas lauter. Nach dem „Schneedeckenprinzip“ funktionieren auch Schallschutzwände. Hinter einer durchlöcherten Platte befindet sich Steinwolle, die, ähnlich den Eiskristallen, Schallwellen in Wärme umwandelt.