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Baum des Jahres
Vrnl: Ralf Heitmann, Leiter Forstamt Königstein, Dr. Thomas Kauffels, Direktor Opel-Zoo, Carsten Wilke, Präsident Deutscher Forstverein e.V., Jörg Beckmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Opel-Zoo. ©Archiv Opel-Zoo

Wann es die Ess- oder Edelkastanie nach der letzten Eiszeit über die Alpen geschafft hat, lässt sich nicht mehr genau sagen. Klar ist jedoch, dass sie den weiten Weg nur im Gepäck des Menschen schaffte und spätestens die Römer sie vor rund 2000 Jahren mitbrachten. Auch wenn Karl der Große die Pflanzung von Esskastanien in seinen Pfalzen verfügte, so ist sie in Deutschland trotzdem ein eher seltener Baum. Regional kann sie jedoch charakteristisch und bedeutsam sein; die Bestände in Kronberg, Königstein und Mammolshain sind weithin bekannt. Insbesondere Mammolshain kultiviert diese Baumart, trägt den Zusatz „Edelkastaniendorf“ und bietet zahlreiche Aktivitäten rund um die Frucht an. Selbst Catharina Elisabeth Goethe schickte ihrem Sohn Johann Wolfgang alljährlich Kronberger Esskastanien in seine Wahlheimat Weimar.

Das sehr verwitterungsresistente Holz der bis zu 35 m hoch und 500 Jahre alt werdenden Kastanie findet heute Verwendung in Staketenzäunen und Möbeln, früher schätzte man es besonders im Weinbau als Rebpfahl und auch zur Fassherstellung. Die als Niederwald bewirtschafteten Bäume wurden oft in direkter Nähe der Reben angepflanzt, auch weil beide Pflanzen mildes Klima schätzen. Praktisch, dass Hildegard von Bingen gekochten Esskastanien gleich Linderung bei Kopfschmerzen zuschrieb.

Mit einem Stärkeanteil von rund 25% in der Frischmasse machen die Plumpsfrüchte von Castanea sativa auch satt, weshalb sie früher eine wichtige Armenspeise waren, die auch bei Missernten lebenswichtige Kalorien in Form von Brot und Suppen lieferten. Heute begegnen uns die Maroni, die man sprichwörtlich manchmal für andere aus dem Feuer holen muss, aus kulinarischer Sicht fast nur noch auf dem Weihnachtsmarkt oder als Füllung der Martinsgans. Mit der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum, Baum des Jahres 2005) ist die Esskastanie übrigens nicht näher verwandt, lediglich die Farbe der Früchte und deren Hülle ist ähnlich.

Seit 1989 ruft die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung jährlich einen „Baum des Jahres“ aus, um für ein Jahr lang die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf eine bestimmte Baumart zu lenken. Auf dem Gelände des Opel-Zoo gibt es bereits zahlreiche Esskastanien. Eine weitere ergänzt nun den entlang des großen Rundwegs verlaufenden ‚Lehrpfad Baum des Jahres‘ und befindet sich direkt neben dem Ein- und Ausgang.

Die Kassen im Opel-Zoo haben täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Besucher können bis Eintritt der Dunkelheit auf dem Zoogelände bleiben und es durch Drehtore verlassen. Der Opel-Zoo verfügt über mehr als 1.200 kostenfreie Parkplätze und ist gut mit dem ÖPNV erreichbar: Buslinien 261, X26 und X27.

Quelle: Opel-Zoo