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Michael Lang (Mitte) mit zwei Mitarbeitern des städtischen Bauhofs
Michael Lang (Mitte) mit zwei Mitarbeitern des städtischen Bauhofs vor einem frisch angelegten Blumensaum entlang des Richard-Zorn-Wegs nahe des Hofheimer Rathauses. ©Stadt Hofheim am Taunus

Insekten, Vögel und andere Tierarten finden immer weniger Nahrung. Darunter leidet die Artenvielfalt. Deshalb hat die Hofheimer die Stadtverordnetenversammlung bereits im vergangenen Jahr beschlossen, einen Gesprächskreis zum Thema Biodiversität einzuberufen. Dieser Arbeitskreis hat getagt und erste Maßnahmen der Stadtverwaltung zum Erhalt der Artenvielfalt sind bereits an mehreren Orten in Hofheim sichtbar.

Der Arbeitskreis Biodiversität startete im Februar mit einem Impulsreferat zum Thema: „Biologische Vielfalt – Wie können Hofheimer sie fördern?“. Mit dabei waren Fachvertreter verschiedener örtlicher Institutionen und Verbände. Darunter waren die Ortsbauernschaft, die Unteren Naturschutzbehörde, ortsansässige Imker, Jagdpächter, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Abwasserverband Main-Taunus, Hessen Mobil sowie Vertreter unterschiedlicher Fachgebieten der Stadtverwaltung und der Stadtwerke. Am Ende stand eine Sammlung von Themen für den Innen- und Außenbereich (gemeint sind die Bereiche innerhalb und außerhalb der geschlossenen Ortschaften im Hofheim Stadtgebiet). Für die beiden Bereiche gibt es jeweils eine eigene Arbeitsgruppe.

Bei ihrem ersten Treffen vertiefte die Arbeitsgruppe „Innenbereich“ die Maßnahmenvorschläge aus der Auftaktveranstaltung. Außerdem nannte die Verwaltung verschiedene Punkte, die sie bereits in diesem Jahr umsetzt und umsetzen wird:

Wiesenumwandlung als Leuchtturmprojekte

Die Vorbereitungen dafür laufen bereits an folgenden Orten:
– in Hofheim Verkehrsinsel Wilhelmstraße Ortseinfahrt
– in Diedenbergen Grünanlage Dachsweg
– im Gewerbegebiet Wallau im Park am jüdischen Friedhof
– in Wallau ein Teil des Grünzuges Am Wickerbach
– in Langenhain in zwei Teilbereichen der Oranienstraße
– in Lorsbach: Bereich P+R-Parkplatz

Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die nun angesäten Flächen nicht zu betreten. Entsprechende Schilder werden als Hinweis noch folgen. Die Entwicklungszeit wird etwa drei Jahre in Anspruch nehmen, bis sich die dauerhaften Blütenpflanzen etabliert haben.

Kräuterrasen

Anstelle Kurzschnittrasen im innerstädtischen Grün soll sogenannter Kräuterrasen entstehen. Dafür wird die Rasenmahd stadtweit von zwölf auf sechs Mähgänge reduziert und in der Schnitthöhe angehoben. Dies erhält die heimischen Blütenpflanzen länger als Spender von Nektar und Pollen für Insekten. Von diesem veränderten Pflegekonzept sind ausgenommen:

– Rasen auf Spiel- und Bolzplätzen, beim repräsentativen Grün, wie z.B. am Busbahnhof sowie auf Friedhöfen und auf Flächen unter zwei Metern Breite.
– Flächen mit Blumenzwiebeln werden grundsätzlich erst ab Mitte bis Ende Mai gemäht.
– Die Randstreifen entlang aller Rasen- und Wiesenflächen werden kontinuierlich gemäht.

Staudenflächen

Möglichst heimische oder zumindest nektarspendende Staudenflächen fördern die Artenvielfalt. Bei dieser Maßnahme führt die Stadtverwaltung die Flächenbewirtschaftung der Vorjahre beim Verkehrs- und repräsentativen Grün fort.

Auswilderung von Blumenzwiebeln (nach Bedarf)
Heimische Gehölzpflanzungen anlegen oder nachpflanzen (nach Bedarf)
Nisthilfen anbieten (nach Bedarf)

Als ein erstes Ergebnis der Arbeitsgruppe „Außenbereich“ soll in Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure zunächst für den Stadtteil Diedenbergen intensiver an der Umsetzung von Maßnahmen in der freien Landschaft gearbeitet werden.

Außerdem beteiligt sich die Stadt Hofheim am Taunus seit Ende des Jahres 2017 an der Bienenkampagne des Landes Hessen. Vorbildliche Projekte der Stadt Hofheim am Taunus, welche im Laufe der Zeit hinzukommen, werden nach und nach auf der Seite www.hessen.bienen.de veröffentlicht. Zur Information der Bürgerinnen und Bürger wird der Landesflyer „Hessen blüht“ seit Ende April über das Bürgerbüro verteilt. Außerdem ist für dieses Jahr noch geplant, Saatguttüten auszugeben, um die Bürgerschaft zum eigenen Handeln aufzufordern.

Für Fragen und nähere Informationen zum Thema Bienenfreundliches Gärtnern stehen Ihnen Beate Gutenthaler-Gillies und Michael Lang vom Team Umwelt und Natur unter 06192 / 202-445 bzw.-439 gerne zur Verfügung. Darüber hinaus steht bei den Mitarbeitern des Fachteams im Rathaus, Zimmer 318, auch weiterführende Literatur zum Beispiel über Nisthilfen für Vögel, als auch über die Gestaltung bienenfreundlicher Gärten, zu den Öffnungszeiten bzw. nach Vereinbarung zur Ansicht bereit.

Quelle: Hofheim amTaunus