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Besucher
Die Besucherzahlen im Freilichtmuseum Hessenpark bleiben auf Rekordniveau. ©Michael Himpel

Im Jahr 2018 fanden 246.691 Besucher ihren Weg ins Freilichtmuseum Hessenpark. Im Vergleich zum Jahr 2017 mit 244.318 Gästen ergibt das ein Besucherplus von 2.373 Personen.

Zum fünften Mal in Folge kann der Hessenpark damit einen Besucheranstieg verbuchen. Museumsleiter Jens Scheller freut sich über den anhaltenden Erfolg: „Wir haben aufgrund des Jahrhundertsommers in den Monaten Juni, Juli und August knapp 12.000 Gäste weniger verzeichnet als 2017. Dass wir die Saison 2018 dennoch mit einem weiteren Besucherplus beenden, ist vor diesem Hintergrund eine wunderbare Bestätigung unserer Arbeit. Letztlich wird über unsere Entwicklungsstrategie für den Hessenpark auch mit den Füßen abgestimmt. Konstant hohe Besucherzahlen zeigen uns, dass wir mit dem gewählten Kurs richtig liegen.“

Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres gehörte die große Sonderausstellung „Wanderlust“, die zum 150. Jubiläum des Taunusklubs zwei Jahrhunderte Naturbegehung im Taunus beleuchtete. Aufgrund des großen Erfolgs wird sie auch in der Museumssaison 2019 noch zu sehen sein. In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt zeigte der Hessenpark im Haus aus Gemünden (Wohra) Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle des Impressionisten Jakob Nussbaum. Er gilt als der bedeutendste jüdische Künstler, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Frankfurt am Main lebte und arbeitete. „Stöbern in alten Fotos“ konnten Besucher im Festen Haus aus Ransbach. Dort war eine Bilderauswahl aus dem Fotoarchiv von Walter Löber zu sehen, die den Alltag in Hessen von 1932 bis 1939 dokumentierte.

Gärtnerei
Die Gärtnerei aus Rechtenbach wurde im Mai 2018 eröffnet. ©Michael Himpel

Auch im Jahr 2018 wurde das Freilichtmuseum Hessenpark wieder um einige Attraktionen reicher. Im Mai konnten Besucher zwischen dem Marktplatz und der Baugruppe Mittelhessen erstmals das zentrale Gewächshaus der Gärtnerei aus Rechtenbach bestaunen. Im laufenden Museumsbetrieb werden hier alte Kulturpflanzen kultiviert, vermehrt und dadurch für kommende Generationen erhalten. Für 2019 sind die komplette Fertigstellung des Gärtnerei-Ensembles und die Eröffnung einer Dauerausstellung geplant.

Nach umfassender Sanierung öffnete im August in der Baugruppe Mittelhessen das Haus aus Grebenau wieder seine Türen. Als neues Textilhandwerkshaus versammelt das Gebäude die Handwerksvorführungen Weben, Flachs- und Wollverarbeitung unter einem Dach. Eine Dauerausstellung im Obergeschoss thematisiert die Bedeutung von Textilien für den Alltag, die Arbeit, Geschichte und Wirtschaft im ländlichen Hessen. Medieninstallationen, Fühl- uns Mitmachstationen nehmen Besucher mit in eine vergangene Zeit, in der die Herstellung von Stoffen und Kleidung für das Überleben und den gesellschaftlichen Status zentral war.

Neu in der Baugruppe Osthessen ist ein Barfußpfad, der alle Besucher dazu einlädt, die Natur mit den Füßen zu erleben. Dreizehn Felder mit verschiedenen Untergründen wie Moos, Waldboden, Sand, Zapfen oder Rinde schulen seit dem letzten Juli den Tastsinn der Füße und das Koordinationsvermögen.

Haus aus Grebenau
Das Haus aus Grebenau versammelt als neues Textilhandwerkshaus die Handwerksvorführungen Weben, Flachs- und Wollverarbeitung unter einem Dach. ©Michael Himpel

Zu den wichtigsten Bauprojekten gehörte 2018 der Aufbau des Musterhauses für energieeffizientes Wohnen im Fachwerk. Nach der Grundsteinlegung am 6. November 2017 begannen im Frühjahr die Arbeiten auf der Schaubaustelle. Ende September wurde Richtfest gefeiert. Nach der Fertigstellung des Gebäudes können Besucher hier exemplarisch sehen, wie die praktische, kostenbewusste und sachgerechte Wiederherstellung eines Fachwerkgerüsts und der Ausbau eines Hauses nach neuesten Erkenntnissen und den Ansprüchen an heutiges Wohnen funktionieren kann. Neben der Energieeffizienz ist die Baustoffwahl nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien erklärtes Demonstrationsziel.

Spannende Thementage, Ferienprogramme mit Aktionen zum Mitmachen, traditionelle Feste und verschiedene Märkte – das Jahr 2018 war ebenso interessant wie vielfältig. Das Museumstheater nahm die Besucher im Rahmen von Schauspielführungen und Theaterstücken mit auf eine Zeitreise in vergangene Jahrhunderte. Im Mai lockte der Fachwerktag mit zahlreichen Vorführungen und Mitmachaktionen kleine und große Baumeister ins Museum, im Juni drehte sich beim Thementag Köhlerei alles um die Produktion von Holzkohle und um deren Verwendung. Im August zeigten die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Rahmen des Aktionstags Ehrenamt ihr vielfältiges Engagement für den Hessenpark. Im Herbst lockten die landwirtschaftlichen Großveranstaltungen wie das Ernte- und das Apfelfest oder die Meisterschaft im Gespannpflügen viele Tausend Besucher in den Hessenpark. Und Anfang Dezember lud der beliebte Adventsmarkt zu einem vorweihnachtlichen Bummel durchs Freilichtmuseum ein.

Köhlerei
Veranstaltungen wie der Thementag Köhlerei zogen viele Menschen ins Freilichtmuseum. ©Sascha Erdmann

Zusätzlich zu den eingangs genannten Gästen besuchten im Jahr 2018 34.835 Personen den Marktplatz des Hessenparks ausschließlich zum Einkaufen oder zur Einkehr in der Gaststätte „Zum Adler“ (2017: 32.515). Insgesamt beträgt die Gästezahl damit 281.526 Personen. Die seit 2015 bestehende Einlassregelung hat sich inzwischen gut etabliert. Besucher, die nur zum Einkaufen oder zum Einkehren auf den Marktplatz wollen, sagen einfach an der Kasse Bescheid und erhalten freien Zutritt. Ausnahmen gibt es nur beim Adventsmarkt und den Pflanzenmärkten, also an sechs Veranstaltungstagen im Jahr.

„2018 war ein wegweisendes Jahr, das uns nicht nur viele Besucher, sondern auch viele neue Attraktionen beschert hat“, fasst Jens Scheller zusammen, der seit einigen Jahren verstärkt auf die Grundattraktivität des Hessenparks setzt. „Den positiven Trend wollen wir 2019 fortsetzen“, erklärt der inzwischen erfolgsverwöhnte Museumsleiter. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Anfang Januar startet die neue Museumsgastronomie und versorgt die Hessenpark-Besucher zunächst im Hotel und in der Martinsklause mit kulinarischen Köstlichkeiten. Im Sommer kommt dann nach erfolgter Sanierung das Gasthaus „Zum Adler“ hinzu. Und natürlich bietet das Jahresprogramm 2019 wieder viele Anlässe für einen Besuch im Hessepark. Die Vorbereitungen für die neue Saison laufen inzwischen auf Hochtouren. Diese beginnt am 1. März 2019. Bis dahin hat das Museum samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet und zeigt ein kleines, aber feines Winterprogramm.

Quelle: Hessenpark