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Trimm-dich-Pfad
Mit dem Trimm-dich-Pfad zog im Sommer 2017 der Zeitgeist der 1970er-Jahre ins Freilichtmuseum Hessenpark ein. ©Herbert Roos

Im Jahr 2017 fanden 244.318 Besucher ihren Weg ins Freilichtmuseum Hessenpark. Im Vergleich zum Jahr 2016 mit 228.660 Gästen ergibt das ein Besucherplus von 15.658 Personen beziehungsweise 6,8 Prozent. Zum vierten Mal in Folge kann der Hessenpark damit einen deutlichen Besucheranstieg verzeichnen. Museumsleiter Jens Scheller und sein Team freuen sich über den anhaltenden Erfolg: „Die guten Besucherzahlen zeigen, dass wir mit unserer Entwicklungsstrategie für den Hessenpark richtig liegen. Immer mehr Menschen interessieren sich für die Geschichte ihrer Vorfahren und suchen in Zeiten fortschreitender Digitalisierung nach Entschleunigung und Aktivitäten zum Anfassen und Mitmachen, wie wir sie im Museum anbieten.“

Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres gehörte die große Sonderausstellung „Hessen unter Strom“ zur Elektrizitätswirtschaft in der Region von den 1880er-Jahren bis heute, die das Museum in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Wirtschaftsarchiv Darmstadt in der Stallscheune aus Asterode zeigte. Auch die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der renommierten Fotografin Barbara Klemm, die unter dem Titel „Alltag, Aufbruch und Anstoß“ zu sehen waren, fanden reges Besucherinteresse. Die Ausstellung gehört zu den meistbesuchten, die je im Haus aus Gemünden (Wohra) gezeigt wurden. Zum zweiten Mal war der Hessenpark zudem Teil der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ und präsentierte von Mai bis Oktober im Marktplatzbereich drei Bronzen von Jean Y. Klein.

Nach umfassender Sanierung öffnete im Juni das einstige Lehrerwohnhaus aus Idstein wieder seine Türen. Dort kann man im Erdgeschoss den eingerichteten Friseursalon Spielmann aus Steinau an der Straße besichtigen. Der Friseur und Nebenerwerbslandwirt Nikolaus Spielmann hatte sich 1890 als Barbier und Herrenfriseur selbstständig gemacht. Sein Sohn Heinrich übernahm in zweiter Generation das Geschäft und führte es bis ins hohe Alter weiter. Wesentliche Teile des Salons sind erhalten geblieben und im Haus aus Idstein zu sehen. Ergänzend lassen zwei Medienstationen das geschäftige Treiben im Friseursalon lebendig werden.

Trendelburg
2017 begann die Sanierung des Furchtspeichers aus Trendelburg. ©Sascha Erdmann

In die Baugruppe Rhein-Main zog im Sommer 2017 der Zeitgeist der 1970er-Jahre ein. Anhand von originalen Bauvorlagen des Deutschen Sportbunds aus dem Jahr 1973 entstand dort ein Trimm-dich-Pfad mit insgesamt zehn Stationen aus Robinienholz. Bei schönem Wetter finden sich die sportlichen Besucher dort zum Training ein. Zur Eröffnung wurden sogar über 80-jährige an der Klimmzugstange gesichtet.

Deutlich ausgebaut wurde im vergangenen Jahr das Angebot an öffentlichen Führungen. Von März bis Oktober gab es jeden Samstag und Sonntag um 15 Uhr offene Führungen mit wechselnden Themen. Von der allgemeinen Museumserkundung über spezielle Themenführungen bis hin zu Schauspielführungen und landwirtschaftlichen Rundgängen war alles dabei. Teilnehmen konnten alle, die Zeit und Lust hatten. Eine vorherige Anmeldung war nicht erforderlich. Das erweiterte Angebot an Führungen wurde von den Besuchern gut angenommen.

Zu den wichtigsten Bauprojekten gehörte 2017 die Sanierung des Fruchtspeichers aus Trendelburg, die im Sommer begonnen hat. Auch die Arbeiten am Haus aus Grebenau schreiten voran, dort wird im August 2018 das neue Textilhandwerkshaus eröffnet. Im Aufbau befindet sich derzeit die Gärtnerei aus Rechtenbach, deren Fortschritte interessierte Besucher im Bautagebuch auf der Hessenpark-Internetseite nachlesen können. Für das Fachwerkmusterhaus in der Baugruppe Südhessen wurde am 6. November der Grundstein gelegt.

Skulpturenbiennale Blickachsen
Zahlreiche Sonderausstellungen entwickelten sich zu Besuchermagneten, darunter die Skulpturenbiennale Blickachsen. ©Sascha Erdmann

Spannende Thementage, Ferienprogramme mit Aktionen zum Mitmachen, traditionelle Feste und verschiedene Märkte – das Veranstaltungsprogramm 2017 war ebenso interessant wie vielfältig. Das Museumstheater nahm die Besucher im Rahmen von Schauspielrundgängen und Aufführungen mit auf eine Zeitreise in vergangene Jahrhunderte. Im Mai konnte man während der Dampftage eine eindrucksvolle Sammlung historischer Dampfmaschinen bewundern, im Juni gab es beim Thementag „Feuer und Flamme“ Vorführungen rund um das traditionelle Schmiedehandwerk. Im August fanden ein Waschtag wie in früheren Zeiten und der „Gudeslam“ mit Lars Ruppel statt, bei dem bekannte Poetry Slammer aus Hessen gegeneinander antraten. Und Anfang Dezember lud der beliebte Adventsmarkt zu einem vorweihnachtlichen Bummel durch das Freilichtmuseum ein.

Besucher
Das Freilichtmuseum kann sich zum vierten Mal in Folge über einen Besucheranstieg freuen. ©Sascha Erdmann

Zusätzlich zu den eingangs genannten Gästen besuchten im Jahr 2017 32.515 Personen den Marktplatz des Hessenparks ausschließlich zum Einkaufen. Die seit 2015 bestehende Einlassregelung hat sich inzwischen gut etabliert. Besucher, die nur zum Einkaufen oder zum Einkehren in die Gaststätten auf den Marktplatz wollen, sagen einfach an der Kasse Bescheid und erhalten freien Zutritt. Ausnahmen gibt es nur beim Adventsmarkt und den Pflanzenmärkten, also an sechs Veranstaltungstagen im Jahr. Wer sich die musealen Einrichtungen am Marktplatz und im Museumsgelände ansehen möchte, zahlt den regulären Eintrittspreis.

„2017 war für uns und unsere Besucher ein Jahr mit vielen Höhepunkten“, unterstreicht Museumsleiter Jens Scheller. „Neue Attraktionen und das insgesamt immer schöner werdende Museum haben uns trotz nicht optimaler Wetterbedingungen den vierten Besucherrekord in Folge beschert. Diesen Trend wollen wir 2018 fortsetzen und hoffen auf ähnliche gute Ergebnisse.“ Inzwischen laufen die Vorbereitungen für die neue Museumssaison auf Hochtouren. Diese beginnt am 1. März. Bis dahin hat das Museum samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet und bietet ein kleines, aber feines Winterprogramm.

Quelle: Freilichtmuseum Hessenpark