234x60 Gartenausstattung
Feuerwehr
Von gehäuften Brandeinsätzen spricht die Feuerwehr derzeit noch nicht. ©Hochtaunuskreis

Der Naturpark Taunus hat seine Grillplätze geschlossen, auch auf den Jugendzeltplätzen darf nicht mehr mit offenen Feuer hantiert werden. Das hessische Umweltministerium in Wiesbaden hat die Waldbrandalarmstufe A ausgerufen, Forstleute und Feuerwehr sind in Alarmbereitschaft. Lars Benndorf, stellvertretender Kreisbrandinspektor des Hochtaunuskreises, schätzt die Gefahr eines Brandes im Wald durchaus als hoch ein, sieht aber keinen Grund zu Panik. „Wir sind sehr gut vorbereitet“, sagt er. Zum Beispiel werden die Alarmpläne, die die Kommunen aufstellen, in einer solchen Wetterlage so angelegt, dass ausreichend Kräfte zum Einsatzort kommen, weil ein solcher Einsatz nachvollziehbar sehr anstrengend ist und die Leute schneller müde werden. Auch werde derzeit, erklärt Benndorf, bei jedem Waldbrand ein Großtanklöschfahrzeug zur Einsatzstelle beordert. Es komme auch immer ein Rettungswagen mit, um die eigenen Wehrleute zu schützen. Kreislaufprobleme, erklärt Benndorf, seien in diesen Temperaturen bei einem Brandeinsatz im Wald in Schutzkleidung absehbar. Landrat Ulrich Krebs dankt als Leiter der Unteren Katastrophenschutzbehörde im Hochtaunuskreis den Wehrleuten für ihren Einsatz unter diesen belastenden Bedingungen und lobt die Einsatzleitungen für ihre umsichtige Planung.

Von gehäuften Brandeinsätzen spricht die Feuerwehr derzeit noch nicht. Seit dem 1.Juli gab es 15 Einsätze wegen sogenannter Kleinbrände, z.B. in Mülleimern. Es gab zwölf kleinere Waldbrände mit geringer Ausbreitungsgefahr und in Usingen eine Fläche von etwa 1000 Quadratmeter Wald, die brannte.

Die Ermittlung der Ursache für die Brände sei Sache der Polizei, sagt Lars Benndorf. Als potenzielle Ursachen sieht der stellvertretende Kreisbrandinspektor zum einen achtlos weggeworfene Kippen, obwohl es vom 1. März bis zum 30. Oktober sogar ein generelles Rauchverbot im Wald gibt. Das verbietet auch das Wegschnippen von Kippen aus Autofenstern. Das Verbot ist im Hessischen Waldgesetz geregelt.

Laut Benndorf gibt es aber auch Selbstentzündungen, zum Beispiel in Strohballen, die bei diesem sehr trockenen Wetter aber eher unwahrscheinlich seien. Eine weggeworfene Glasscherbe könne ebenso einmal zur Entzündung führen, oder ein auf einem Stoppelacker oder im trockenen Gras abgestelltes Auto mit einem Katalysator. Bei landwirtschaftlichen Maschinen könne es zu Funkenflug kommen. Der ungelöschte Grill, so Benndorf, sei eher die Ausnahme für einen Brand im Wald. In der Regel, so die Erfahrung der Feuerwehr, werde ein Feuer sehr schnell von Passanten gemeldet. Selbst bei einer großen Staubentwicklung, berichtet Benndorf, riefen Beobachter vorsorglich bei der Leitstelle an. Es könnte sich ja um Rauch handeln.

Die Vorsorge und Kontrolle im Wald übernehmen die Forstämter. Die Ordnungsämter der Kommunen sorgen dafür, dass überprüft wird, dass die Zugänge zum Wald offen sind oder die Umgebung von Löschteichen frei zugänglich ist. Im Wald sorgen die Forstleute dafür, dass auch die Wege frei sind und Löschfahrzeuge ungehindert passieren können. Denn darin kommt das Wasser in der Regel in den Wald, es können auch lange Schläuche verlegt werden, was natürlich sehr zeit- und personalintensiv sei, wie Benndorf erklärt.

Es gibt 28 bei den Kommunen hauptamtlich Beschäftigte und rund 1000 ehrenamtliche Feuerwehrleute im Kreis. In den Ferienzeiten kann es da zu Engpässen beim Personal kommen. „Dann helfen sich die Kommunen, die ja auch die Einsatzpläne für ihre Wehren erstellen, gegenseitig aus“, erklärt Benndorf. Mögliche Engpässe hätten nichts mit dem heißen Wetter zu tun, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr müsse immer sichergestellt sein, das Material habe parat zu stehen, im Sommer genauso wie im Winter. Bei besonderen Einsätzen kann die Feuerwehr Hilfe von der Landespolizei, der Bundespolizei oder der Bundeswehr anfordern.

Derzeit hat das Ministerium Alarmstufe A ausgerufen, auch eine Stufe B ist möglich. Dann werde auch die Feuerwehr im Hochtaunuskreis die Lage neu beurteilen, erklärt Benndorf. In einem solchen Fall könnten unter anderem ganze Waldwege für die Öffentlichkeit gesperrt werden.

Quelle: Hochtaunuskreis